02371 / 25 814
Iserlohner Verkehrsfachschule & Fachschule für Güter- und Personenverkehr
02371 / 78 94 777
Die wichtigsten Zahlen, Abstände und Formeln auf einen Blick – ideal zum Wiederholen vor der theoretischen Prüfung. Die Angaben gelten grundsätzlich für den Pkw (Klasse B), soweit keine Verkehrszeichen etwas anderes vorgeben – bei den Höchstgeschwindigkeiten kannst du zusätzlich zwischen Pkw, Lkw und Bus umschalten.
Mit der Geschwindigkeit aus dem Rechner. Die Animation läuft in Echtzeit – eine Sekunde Reaktionszeit dauert also wirklich eine Sekunde. Die Strecke wird auf die Bildschirmbreite eingepasst, der Maßstab steht unter der Straße.
| Abstand | Bezugspunkt | Halten oder Parken? | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|
| 5 m | Vor einem Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) | Halten (und Parken) verboten | § 26 Abs. 3 StVO |
| 5 m | Vor und hinter dem Schnittpunkt der Fahrbahnkanten | Parken verboten | § 12 Abs. 3 Nr. 1 StVO |
| 8 m | Vor und hinter dem Schnittpunkt der Fahrbahnkanten, wenn rechts ein Radweg verläuft | Parken verboten | § 12 Abs. 3 Nr. 1 StVO (seit Novelle 2020) |
| 10 m | Vor Ampeln, Andreaskreuzen (Zeichen 201) oder Vorfahrt-gewähren-Schildern (Zeichen 205) | Halten verboten, wenn diese durch das Fzg. verdeckt werden | § 12 Abs. 1 Nr. 3 StVO |
| 15 m | Vor und hinter einem Haltestellenschild (Zeichen 224) | Parken verboten | § 12 Abs. 3 Nr. 4 StVO |
| 50 m | Vor und hinter Bahnübergängen (außerorts) | Parken verboten | § 12 Abs. 3 Nr. 6 StVO |
Die 5- und 8-m-Angaben an Kreuzungen und Einmündungen werden vom Schnittpunkt der Fahrbahnkanten gemessen. An Bahnübergängen gilt innerorts ein Parkverbot bis 5 m vor und hinter dem Andreaskreuz. Halteverbot untersagt auch kurzes Anhalten, Parkverbot nur das Parken.
Angaben ohne Gewähr – maßgeblich ist die jeweils aktuelle StVO/StVZO sowie die Beschilderung vor Ort. Faustformeln dienen der Orientierung. Stand: Juli 2026.
Der Reaktionsweg ist die Strecke, die das Auto zurücklegt, während noch gar nicht gebremst wird – zwischen dem Moment, in dem die Gefahr auftaucht, und dem Moment, in dem die Bremse zu wirken beginnt. Sehen, erkennen, entscheiden, Fuß aufs Pedal: dafür rechnet man mit rund einer Sekunde. Der Reaktionsweg ist also einfach die Strecke, die man in einer Sekunde fährt.
km/h ÷ 3,650 ÷ 3,6 = 13,9 m in einer Sekunde.50 ÷ 10 × 3 = 15 mDie Faustformel rundet also bewusst nach oben: Sie rechnet mit dem Faktor 3 statt mit den genauen 2,78 – etwa 8 % Sicherheitszuschlag. Der Grund ist praktisch: × 3 kann man im Kopf rechnen, ÷ 3,6 nicht.
Das ist reine Physik. In einem fahrenden Auto steckt Bewegungsenergie – und die wächst nicht im gleichen Maß wie die Geschwindigkeit, sondern mit deren Quadrat:
E = ½ × Masse × Geschwindigkeit²Bremsen heißt: genau diese Energie in Wärme umwandeln. Die Bremsen und die Reifen können pro Meter Fahrbahn aber nur eine bestimmte Menge Energie abbauen. Viermal so viel Energie braucht deshalb auch viermal so viel Strecke. Genau das steckt in der Faustformel: die Geschwindigkeit kommt zweimal vor.
5 × 5 = 25 m10 × 10 = 100 m (nicht 50 m!)20 × 20 = 400 mWer also von 50 auf 100 beschleunigt, fährt doppelt so schnell – braucht zum Bremsen aber die vierfache Strecke. Das ist der Grund, warum ein Aufprall bei hohem Tempo so viel schwerer ausgeht: Es ist nicht doppelt so viel Energie im Spiel, sondern viermal so viel.
Bremsweg = Geschwindigkeit² ÷ (2 × Verzögerung), mit der Geschwindigkeit in m/s.3,9 m/s² heraus – eine kräftige, aber ganz normale Bremsung.Bei der Gefahrbremsung (Vollbremsung) wird das Bremspedal so kräftig getreten, wie es geht – das ABS hält das Fahrzeug dabei lenkbar und verhindert blockierende Räder. Die Verzögerung ist dann etwa doppelt so groß wie beim normalen Bremsen: rund 7,7 m/s² statt 3,9 m/s².
Bremsweg ÷ 225 m ÷ 2 = 12,5 mDer Reaktionsweg halbiert sich dabei nicht! Er hängt nur vom Tempo und vom Fahrer ab, nicht von der Bremse. Der Anhalteweg wird bei einer Gefahrbremsung also nie halb so lang – nur der Bremsweg-Anteil. Bei 50 km/h: 40 m normal, 27,5 m bei Gefahrbremsung.
Der Anhalteweg ist die gesamte Strecke vom Auftauchen der Gefahr bis zum Stillstand – also Reaktionsweg (noch ohne Bremsen) plus Bremsweg (mit Bremsen). Deshalb wird er einfach addiert:
15 m + Bremsweg 25 m = Anhalteweg 40 mNebenbei: Der Bremsweg ist genau der Wert, den auch die Abstandsregel „halber Tacho“ liefert (50 km/h → 25 m). Der empfohlene Sicherheitsabstand entspricht also dem Bremsweg – die Sekunde Reaktionszeit ist darin noch nicht enthalten.
Und die Sicht: Man darf immer nur so schnell fahren, dass man innerhalb der übersehbaren Strecke anhalten kann. Wer 50 m weit sieht, darf also höchstens einen Anhalteweg von 50 m haben.
50 ÷ 2 = 25 m.10 Fragen zu Reaktionsweg, Bremsweg, Anhalteweg und Gefahrbremsung – inhaltlich so, wie in der Theorieprüfung gerechnet wird. Nach jeder Antwort gibt es den Rechenweg dazu.
Was ist der Reaktionsweg? Das ist die Strecke, die dein Fahrzeug zurücklegt, während du die Gefahr zwar schon siehst, aber noch nicht bremst. Der Wagen rollt in dieser Zeit ungebremst weiter – mit voller Geschwindigkeit.
Und was ist die Reaktionszeit? Das ist die Zeit, die dabei vergeht: die Gefahr erkennen, sich entscheiden, den Fuß vom Gas nehmen und auf das Bremspedal setzen. In der Fahrschule rechnet man dafür mit rund einer Sekunde. Genau diese eine Sekunde steckt in der Formel.
Was sagt die Formel? Sie rechnet aus, wie viele Meter du in einer Sekunde zurücklegst. Du teilst die Geschwindigkeit durch 10 und nimmst das Ergebnis mal 3. Vorne gehen km/h hinein, hinten kommen Meter heraus.
In der Praxis: Die eine Sekunde gilt für einen wachen, nüchternen und aufmerksamen Fahrer. Müdigkeit, Alkohol, Medikamente oder ein Blick aufs Handy verlängern die Reaktionszeit deutlich – und damit auch den Reaktionsweg, ohne dass du schneller fährst.
Was ist der Bremsweg? Die Strecke, die dein Fahrzeug ab dem Moment noch braucht, in dem die Bremse greift, bis es steht. Der Reaktionsweg von eben ist darin nicht enthalten.
Was sagt die Formel? Du teilst die Geschwindigkeit durch 10 – und nimmst das Ergebnis mal sich selbst. Deshalb wird der Bremsweg bei doppelter Geschwindigkeit nicht doppelt so lang, sondern viermal so lang.
Achtung: Die Formel gilt für eine normale Bremsung auf trockener Straße. Nasse oder verschmutzte Fahrbahn, Schnee, abgefahrene Reifen oder eine schwere Ladung verlängern den Bremsweg zusätzlich.
Was ist eine Gefahrbremsung? Eine Vollbremsung: Du trittst das Bremspedal mit voller Kraft durch, weil es sonst zum Unfall käme. Das Fahrzeug wird dabei viel stärker verzögert als bei einer normalen Bremsung.
Was sagt die Formel? Du rechnest zuerst ganz normal den Bremsweg aus – und teilst ihn dann durch 2. Der Bremsweg halbiert sich also.
Der häufigste Fehler in der Prüfung: Es halbiert sich nur der Bremsweg. Der Reaktionsweg bleibt gleich lang – du reagierst ja nicht schneller, du bremst nur stärker. Der Anhalteweg bei 50 km/h ist deshalb 15 + 12,5 = 27,5 Meter – und nicht die Hälfte von 40 Metern.
Was ist der Anhalteweg? Die gesamte Strecke von dem Augenblick, in dem die Gefahr auftaucht, bis das Fahrzeug wirklich steht. Also beides zusammen: erst das Stück ohne Bremsen, dann das Stück mit Bremsen.
Was sagt die Formel? Hier wird nichts Neues gerechnet – die beiden Ergebnisse von oben werden einfach zusammengezählt.
Zum Vorstellen: 40 Meter sind etwa neun Pkw-Längen hintereinander – oder gut drei Linienbusse. So weit fährst du bei Tempo 50 noch, wenn plötzlich ein Kind auf die Straße läuft.